Populäre Aufzugsirrtümer

Über Aufzüge sind eine Menge Gerüchte im Umlauf: Viele meinen zu wissen, was passiert, wenn die Personenkabine abstürzt oder was zu tun ist, wenn der Aufzug nicht schnell genug kommt. Wir erklären Ihnen, wie viel Wahrheit wirklich hinter diesen Gerüchten steckt.

1. Durch das Drücken einer bestimmten Tastenkombination im Aufzug können Etagen übersprungen werden.

Elevator-Hack ist die Bezeichnung für das Manipulieren eines Aufzugs, indem man im Tastenfeld eine bestimmte Kombination betätigt. Glaubt man den Verfechtern dieses Vorgehens, fährt der Lift dann direkt zur gewünschten Etage, auch wenn jemand in einem anderen Stockwerk den Aufzug ruft. Der Lift würde so zu einer Art Privataufzug. Dies gehört jedoch ebenfalls in die Welt der Gerüchte. Sollte Elevator-Hack doch einmal funktionieren, ist es entweder Glück oder einfach Zufall – oder aber die Elektronik des Lifts ist defekt.

2. Wenn das Tragseil reißt, stürzt der Aufzug ab.

Hier besteht kein Grund zur Sorge. Aufzug und Tragseil funktionieren so ähnlich wie eine Waage: An einem Ende des Tragseils hängt der Fahrkorb, mit dem die Personen befördert werden, am anderen Ende ein Gegengewicht. Das Tragseil läuft über eine Rolle, die von einem Motor bewegt wird. Sollten alle Tragseile des Aufzugs reißen – ein Lift hat zur Sicherheit meist mehrere Trageseile, die aber auch allein das Gewicht des Korbes und des Gegengewichts tragen könnten – rauscht der Fahrstuhlkorb nach unten, jedoch nur maximal ein paar Meter. Dann greifen die Bremsen, die rein mechanisch funktionieren und deren Funktionsweise nicht mit dem Tragseil zusammen hängt.

3. Wenn der Aufzug abstürzt, kann Hochspringen Leben retten.

Wie oben erwähnt ist es so gut wie unmöglich, dass der Fahrkorb tatsächlich abstürzt. In diesem Fall könnte man sich zwar theoretisch durch einen Sprung nach oben retten. Die Sprunggeschwindigkeit müsste jedoch enorm hoch sein. Um den Absturz eines Aufzugs aus zehn Metern Höhe zu überleben, wäre theoretisch ein Sprung mit 50 Kilometern pro Stunde nötig, um den Aufprall zu überleben. Bei höheren Aufzugschächten müsste man entsprechend noch schneller springen.

4. Wer in der obersten Etage nicht aus dem Paternoster aussteigt, wird verletzt.

Auch das ist ein Irrtum. Denn der Paternoster wird im Umlauf betrieben – ist das oberste Stockwerk erreicht, werden die Kabinen nicht umgedreht, sondern bewegen sich in gleicher Ausrichtung weiter. Wer nicht aussteigt, fährt also lediglich eine Runde und kommt schließlich wieder am Ausgangspunkt an. Verletzungsgefahr besteht jedoch, wenn der Nutzer nicht schnell genug aus dem Paternoster aussteigt oder beim Aussteigen stolpert. Dann besteht das Risiko, zwischen die Personenkabine und die Innenwand zu geraten. Das ist in der Vergangenheit schon vielfach passiert. Aus diesem Grund fordern Kritiker immer wieder, Paternoster ganz abzuschaffen. Wo es die auch als Personenumlaufaufzüge bezeichneten Lifte noch gibt, ist ihre Benutzung in der Regel auf eigene Gefahr.