Anlagensicherheits-Report 2014:

Eine gute Nachricht für die Betreiber und Nutzer von Aufzügen: Mit dem Aufzug zu fahren wird immer sicherer. 2013 konnten bei der sogenannten Wiederkehrenden Prüfung bei knapp 46 Prozent der vom TÜV untersuchten Aufzüge keinerlei Mängel festgestellt werden. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Anlagensicherheits-Reports, den der Verband der TÜV e.V. (VdTÜV) jährlich veröffentlicht. Im Jahr 2012 war nur jeder dritte Aufzug in einwandfreiem Zustand gewesen.

Weniger Anlagen mit geringfügigen Mängeln

Der Report erfasst, ob und in welchem Maße die Aufzugsanlagen mängelbehaftet sind, die im vergangenen Jahr vom TÜV geprüft wurden. Ausschlaggebend ist der Zustand zu Beginn einer Wiederkehrenden Prüfung beziehungsweise Zwischenprüfung. Erstere muss alle zwei Jahre stattfinden, die Zwischenprüfung jeweils in den dazwischen liegenden Jahren. Dem Report zufolge wurden 2013 insgesamt knapp 480.000 Aufzugsanlagen vom TÜV geprüft. Bei etwas mehr als 40 Prozent davon stellten die Sachverständigen geringfügige Mängel fest. 2012 traf das noch auf knapp 60 Prozent der Anlagen zu. Bei geringfügigen Mängeln am Aufzug hat der Betreiber zwölf Monate Zeit, um diese Mängel zu beheben.

Ein Wermutstropfen bei den vornehmlich positiven Ergebnissen des Anlagensicherheits-Reports 2014 ist der höhere Anteil von Anlagen mit sicherheitserheblichen Mängeln. Er erhöhte sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2012 von knapp zehn Prozent auf mehr als zwölf Prozent. Sicherheitserhebliche Mängel müssen spätestens nach Ablauf von drei Monaten behoben werden. Der Anlagensicherheits-Report 2014 zeigt auch: 2013 wiesen mehr Aufzüge als im Jahr zuvor gefährliche Mängel auf. Dieser Anstieg ist zwar nur geringfügig: Waren es 2012 nur 0,67 Prozent, stieg der Anteil 2013 auf 0,68 Prozent. Ein Aufzug mit gefährlichen Mängeln – dazu zählt ein nicht funktionierendes Notrufsystem – bedeutet jedoch ein hohes Risiko für die Nutzer. Die Anlage muss dann sofort abgestellt werden.

Sind stärkere Regulierungen nötig?

Trotz der überwiegend positiven Ergebnisse des Anlagensicherheits-Reports fordert der VdTÜV, den Betrieb von Aufzügen wieder stärker zu regulieren. Als Gründe nennt er die leicht gestiegene Anzahl von Anlagen mit gefährlichen Mängeln und die Tatsache, dass schätzungsweise 150.000 Aufzugsanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr nicht geprüft wurden. Diese Reaktion des VdTÜV dürfte in Zusammenhang mit den sich abzeichnenden gesetzlichen Änderungen durch die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) stehen. Nach dem aktuellen Entwurf der BetrSichV werden die Zwischenprüfungen künftig ersatzlos entfallen. Für die Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) würde dies voraussichtlich einen Umsatzrückgang von 25 bis 35 Prozent bedeuten. In den zuständigen Fachgremien haben sich die ZÜS dafür eingesetzt, dass die BetrSichV an anderer Stelle zu ihren Gunsten verändert wird: Dem aktuellen Entwurf zufolge kann jeder Sachverständige – also die ZÜS – künftig nach eigenem Ermessen das Intervall bis zur nächsten Prüfung reduzieren. Ob hier das Prinzip, dass ein unabhängiger Sachverständiger kein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis der Prüfung haben darf, gewahrt bleibt, darf zumindest sehr kritisch hinterfragt werden.

Genannte Ergebnisse sollten zwar nicht verharmlost werden – schließlich bedeutet jeder nicht geprüfte oder mängelbehaftete Aufzug theoretisch ein Risiko. Generell lassen die Prüfung von mehr als einer halben Million Aufzügen und die Ergebnisse dieser Prüfungen jedoch darauf schließen, dass sich der Zustand der Aufzüge in Deutschland deutlich verbessert hat.