Aufzugsanlagen – Technische Regeln

Das könnte für Aufzugsbetreiber teuer werden: Die Bundesregierung hat vor der Sommerpause im Namen der Sicherheit eine Änderung in den „Technischen Regeln für Betriebssicherheit – Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ (TRBS 1121) beschlossen. In Anhang A wurden in Tabelle A.1 in Nummer 5.6b und Nummer 5.7b jeweils in der Spalte „Maßnahmen“ nach dem Wort „Änderung“ die Wörter „oder nachträglicher Einbau“ eingefügt.

Was bedeutet das?

Durch die Änderung der TRBS 1121 werden die Anforderungen für folgende nachträglichen Einbauten erhöht: an Schutzeinrichtungen für den aufwärts fahrenden Fahrkorb gegen Übergeschwindigkeit sowie an Schutzeinrichtungen gegen unbeabsichtigte Bewegungen des Fahrkorbs bei offenen Türen. Bei der Kostenkalkulation muss man bei letzteren zusätzlich berücksichtigen, dass bei allen Anlagen individuell überprüft werden muss, welche Maßnahmen überhaupt realisierbar sind. Abhängig davon und von den jeweils bereits installierten technischen Elementen dürften sich die Kostensteigerung durch die gesetzliche Änderung in einer Bandbreite von 200 bis 500 Prozent pro Aufzugsanlage bewegen. Das bedeutet für die meisten Aufzugsbetreiber einen Wechsel vom vierstelligen zum fünfstelligen Euro-Betrag.

Wen betrifft es?

Die Änderung der TRBS 1121 gilt für alle Aufzugsanlagen, die durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) erfasst werden. Das sind fast alle Aufzüge, mit denen Personenbeförderung zulässig ist. Abziehen kann man nur jene, deren Errichtung nach 2012 lag oder an denen ein sogenannter „Fang nach oben“ schon nachgerüstet wurde. Ausgehend der vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) benannten Zahl in Höhe von insgesamt rund 650.000 Aufzügen in Deutschland, dürfte das rund 450.000 bis 500.000 betroffene Aufzüge ergeben.

Gibt es eine Übergangsfrist?

Nein, die Änderung der TRBS 1121 ist mit Ihrer Veröffentlichung am 25.06.2014 sofort wirksam geworden. Das heißt aber nicht, dass jetzt jeder Betreiber von Aufzugsanlagen sofort tätig werden muss. Die Gefährdung durch einen aufwärts fahrenden Fahrkorb mit Übergeschwindigkeit wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung untersucht und es wird in diesem Zuge eine Frist zur Beseitigung dieser Gefährdung festgelegt. Der festgelegte Zeitpunkt zur Beseitigung dieser Gefährdung ist somit auch der späteste Zeitpunkt zu dem ein Betreiber ab sofort auch die zusätzlichen Maßnahmen umsetzen muss. Ein Blick in die Gefährdungsbeurteilung sollte dem Betreiber also Auskunft geben, wann er mit diesen Maßnahmen und den damit verbundenen Kosten rechnen muss.

Ein Kommentar bei “Änderung der TRBS 1121 für Aufzugsanlagen

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht. Alle auszufüllenden Felder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

clear formSubmit