Notrufsystem in Aufzügen

Wenn es ums Telefonieren geht, werden analoge Festnetzanschlüsse immer häufiger von der Mobilfunktechnik verdrängt. Diese Entwicklung macht auch vor Notrufleitsystemen von Aufzügen nicht halt: Früher als geplant beginnt die Telekom, das analoge Telefonnetz abzuschalten. In der Folge müssen die Notrufleitsysteme mehrerer hunderttausend Personenaufzüge in Deutschland nachgerüstet werden. Die Alternative zu Festnetzanschlüssen sind sogenannte GSM-Module – sie funktionieren ähnlich wie Mobiltelefone.

Weniger Bürokratie mit GSM-Technik

Ursprünglich hatte die Telekom geplant, das analoge Telefonnetz in Deutschland ab 2016 schrittweise abzuschalten. Telekom-Kunden, unter anderem in Hamburg, erhielten jedoch bereits Mitteilungen, denen zufolge der Vertrieb von Festnetzanschlüssen für Notrufleitsysteme ab sofort eingestellt wird. Zeitgleich erhielten einige Anschlussinhaber Kündigungsschreiben für analoge Anschlüsse, die bereits Anfang 2015 abgeschaltet werden sollen. Bis 2018 soll das komplette analoge Telefonnetz stillgelegt werden. Wie die Telekom informiert, wird sie kein geeignetes Anschlussprodukt anbieten. Betreiber von Aufzügen sollten die Notrufleitsysteme ihrer Anlage daher rechtzeitig auf GSM-Technologie umstellen. Dabei ist es ratsam, die Umrüstung zeitnah in Angriff zu nehmen: Wer die Umrüstung aufschiebt, wird später mit Lieferengpässen seitens der Hersteller oder mit fehlenden Ressourcen bei der Installation konfrontiert werden.

Diese Nach- beziehungsweise Umrüstung ist für den Aufzugsbetreiber – in der Regel der Immobilieneigentümer – erst einmal lästig und aufwendig. Sie bietet aber auch Möglichkeiten, internen Aufwand und Kosten zu reduzieren. Denn die Betriebskosten für Notrufanlagen, die mit GSM-Modul betrieben werden, sind in der Regel deutlich niedriger als die herkömmlicher Notrufleitsysteme. Bei diesen flattert dem Betreiber zudem monatlich eine Rechnung über die Grundgebühr und die genutzten Einheiten ins Haus. Hinzu kommt eine jährliche Rechnung über die Leistung der Notrufbereitschaft. Wer seine Notrufanlage gemietet hat, muss zusätzlich für die Miete aufkommen.

Umrüsten und Geld sparen

Stellt ein Immobilieneigentümer die Notrufleitsysteme seiner Aufzüge auf GSM-Module um, kann er die Anzahl der anfallenden Rechnungen auf eine pro Jahr reduzieren. In der Folge sinkt der Aufwand beträchtlich – und mit ihm die Kosten. Das zeigt folgendes Beispiel: Bei einem Bestand von hundert Aufzügen erhält der Betreiber pro Jahr 1.200 Rechnungen. Bei internen Verrechnungskosten von 25 Euro spart der Betreiber jährlich 30.000 Euro. Je größer die Bestände und je höher die Verrechnungssätze, desto höher sind die Einsparungen.

Wie viel die Umstellung kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn der Immobilieneigentümer das bislang genutzte Notrufsystem beibehalten kann, bewegen sich die Kosten für die Umrüstung im drei- bis vierstelligen Eurobereich. Wenn er eine neue Notrufanlage installieren muss, kommen mehrere hundert Euro an Aufwendungen hinzu. Auch wenn diese Kosten natürlich nicht unerheblich sind – es zahlt sich für Eigentümer aus die Notrufleitsysteme auf GSM-Module umzustellen. Wenn er das Gebäude vermietet, profitiert er „nur“ von geringeren internen Kosten. Nutzt der Eigentümer es selbst, kann er mit GSM-Modulen sowohl seine Telefonkosten als auch seine internen Verrechnungskosten reduzieren.

Ein Kommentar bei “Abschaltung des analogen Telefonnetzes: Notrufleitsysteme müssen umgerüstet werden

  1. Lindert

    Es ist schön, dass man immer wieder viel über die Abschaltung des analogen Telefonnetzes liest. Bei der Prüfung des Notrufes durch die ZÜSen ist ein sehr häufiger Mangel das nichtfunktionierende Notrufsystem, mit der neuen BetrSichV werden in einem Zeitraum bis 2020 alle Anlagen ohne ein Notrufsystem hoffentlich nachgerüstet sein. Bleibt abzuwarten, ob dies nicht genauso von den Betreibern übersehen wird wie die Notwendigkeit der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für ihre Aufzugsanlage.

    Vermeintlich meint der wenig informierte Betreiber, dass ein nicht funktionierender Notruf doch keine Gefahr darstellt. Das ist soweit richtig, solange der Aufzug keine Störung mit eingeschlossener Person hat, danach wird es brenzlich.

    Hier ein interessanter Beitrag zu diesem Thema:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2286068/Notruf-im-Aufzug#/beitrag/video/2286068/Notruf-im-Aufzug

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